Kloster Ernst Pickhardt 1854–1980
Der Jubiläumsartikel von 1979 (Zusammenfassung)
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Teppichgarnspinnerei in Derschlag (Klosterstraße 60), 125-jähriges Jubiläum im Kreis der Mitarbeiter.
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Christian Pickhardt (aus Hülsenbusch) erwarb am 24.02.1820 das Fabrikgebäude in Gummersbach (heute ältester Teil der Tapetenfabrik P+S) und betrieb dort eine Tuchfabrik.
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1854: Sohn Ernst Wilhelm Pickhardt sen. übernimmt und gründet die Wollspinnerei. Mit einem Reißwolf werden Stofflumpen wieder spinnfähig gemacht; die Spindelzahl wächst bis Ende der 1860er von 200 auf 4000.
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Dampfmaschine als erste im Oberbergischen (Wasserkraft der Gummersbach reichte im Sommer nicht). Wilhelm Bernhard Siebel wird Teilhaber, zweite Produktionsstätte Hammerhaus bei Dieringhausen.
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1877 Trennung vom Teilhaber. Sohn Ernst Heinrich (technischer Leiter) und Schwiegersohn Rudolf Siebert (kaufmännischer Leiter, verh. mit Emilie und Minna Pickhardt) treten ein.
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1907 Kauf des Fabrikgebäudes in Kloster (Derschlag); am 04.12.1912 durch Brand zerstört; Ende 1913 wieder betriebsbereit. 1913 stirbt Ernst Heinrich Pickhardt. Rudolf Sieberts Söhne Paul und Arthur rücken in die Geschäftsführung.
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Erster Weltkrieg: Militärdecken, Rohstoffmangel. 1928 Umstellung auf Garne für die Teppichindustrie. Zweiter Weltkrieg: Kriegsbedarf; 1944 Räumung für den Panzerbau; Produktion erst Frühjahr 1946 wieder.
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Später Rezession, Billigkonkurrenz; Ende 1965 verlieren die deutschen Patente ihren Schutz; fast die Hälfte der Arbeiter in Derschlag entlassen. Das Unternehmen existiert heute nicht mehr.
Jürgen Woelke, „Kapital war nötig“ (Zusammenfassung)
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Christian Pickhardt wird 1836 Bürgermeister (bis 1844), gerät in wirtschaftliche Schwierigkeiten; 1852 Versteigerung. Sein Sohn Ernst Wilhelm, der in Langerwehe bei Düren eine Spinnerei hat, ersteigert das väterliche Anwesen 1853 für 2.301 Taler.
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Er führt die Kunstwolle (Reißwolle) im Oberbergischen ein; Reißwolf vom Friedrichstaler Knopffabrikanten Müller. Spindeln von 200 (1851) auf über 4.000 (1867); Anlagewert über 380.000 Mark. Das weckt viele Nachahmer.
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Um 1858/59 stellt er die erste Dampfmaschine der Gegend auf (1863 gab es im ganzen Kreis erst fünf mit zusammen 50 PS, 1875 schon 42).
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1861 Kauf des "Etablissement Hammerhaus" bei Dieringhausen. 1876 haben die beiden Spinnereien von "Ernst Pickhardt et Comp." zusammen über 150 Beschäftigte, fast doppelt so viele wie der Zweitgrößte der Stadt.
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Kunstwollspinnereien in Deutschland: 60 im Jahr 1890, nur noch 32 acht Jahre später. Um 1900 reichen die alten Gebäude in der Winterbecke nicht mehr für moderne Selfaktoren; 1907 wird die Spinnerei C. W. Schirp in Kloster bei Derschlag gekauft und der Betrieb dorthin verlagert. Die alten Gebäude übernimmt die Tapetenfabrik Pickhardt & Siebert.
Anmerkung zur Stadt Gummersbach
Gummersbach erhielt am 18. Mai 1857 Stadtrechte, 1892 ein eigenes Wappen (Spindel links, Märkischer Schachbalken rechts, graue Mauerkrone), das auf die Textilindustrie und die frühere Zugehörigkeit zur Grafschaft Mark verweist.






